Lombok – Zwischen Abgeschiedenheit und Touri-Wahnsinn

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Püntklich zum 01.Mai ging es für uns von Ubud nach Kuta Lombok. Es war gar nicht mal so einfach einen Transport dafür zu organisieren. Am Vortag hatten wir bestimmt bei fünf verschiedenen Ständen nachgefragt ob sie fahren, wann sie fahren & wieviel das Kostet. Allein das Taxi nach Padangbai hätte uns 300.000 IDR gekostet, die Fähre 40.000 IDR pro Person und das Taxi vom Hafen nach Kuta wahrscheinlich nochmal 300.000 IDR … Für das Gesamtpaket von Ubud nach Kuta Lombok bezahlten wir bei unserer Agentur schlussendlich 300.000 IDR (ca. 20 Euro) pro Person. Aber das war schon okay, immerhin mussten wir uns um nichts kümmern. 😉

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Pünktlich um 07:00 Uhr morgens wurden wir von einem Minibus abgeholt, der hier & dort noch andere Leute einsammelte. In Padangbai angekommen wurden wir dann zu einem Büro gebracht, wo wir warten sollten, ca. eine Stunde. Wir sollten die Fähre um 10:30 Uhr nehmen. Einer der Mitarbeiter brachte uns zur Anlegestelle & dann waren wir auch schon ziemlich schnell auf dem großen Schiff. An Deck gab es einen großen klimatisierten Raum mit etlichen Sitzreihen. Wir entschieden uns für die vorderste Reihe – Beinfreiheit & genug Platz für unsere Rucksäcke.

Wir hatten uns schon darauf eingestellt das diese Fahrt etwas länger dauern würde. Immerhin hatten wir die Slow Ferry gebucht & nicht das Schnellboot. Allerdings lagen wir erstmal ca. eine Stunde lang im Hafen bevor es wirklich los ging. Dann fuhren wir ca. vier Stunden bis nach Lembar, wo dann kein Platz für unser Schiff war. Also wurde erst einmal der Anker geworfen & nach mindestens einer weiteren Stunde konnten wir dann endlich runter von der Fähre. 😉

Am Hafen wartete schon Adi auf uns, der uns nach Kuta Lombok bringen sollte. Nach weiteren 1,5 Stunden waren wir dann endlich da. Jippie! Was ein Trip … Unsere Unterkunft Relaxing Homestay hatten wir über Airbnb gebucht. Im Vergleich zu dem was man in Bali zu dem Preis bekommen kann war die Unterkunft mit 20 Euro pro Nacht gar nicht mal so günstig. Immerhin war der Garten schön angelegt & auch die Lage war gut, sehr ruhig.

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Nachdem wir den ganzen Tag nichts gegessen hatten & wir absolut keinen Plan hatten wo man gut essen könnte, entschieden wir uns für das erste Restaurant wo mehr als 4 Leute drin saßen. Naja, es war definitiv nicht die beste Wahl, aber der Hunger war vorest gestillt. Noch ein Magnum zum Nachtisch & der Abend war gerettet. 🙂

Am nächsten Tag machten wir eine Rollertour, wir hatten von ein paar tollen Stränden gelesen & von einem guten Surfspot für Anfänger gehört. Nach Startschwierigkeiten (falsche Richtung) fuhren wir dann auf der Hauptstraße immer Richtung Westen. Ziemlich schnell erreichten wir einen super schönen Aussichtspunkt, wo man den kompletten Strand von Kuta sehen konnte. Ein wahnsinnig interessanter Anblick. Weiter ging es. Immer wieder bergauf, bergab. Und überall hatte man einen tollen Blick über die Insel Lombok. Von Touristen war weit & breit nichts zu sehen. Genauso hatten wir es uns vorgestellt. 🙂

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Der erste Strand den wir anfuhren war Areguling Beach, was nur auf einem kleinen Holzschild an der Hauptstrasse stand. Von diesem hatten wir nirgendwo gelesen & es sah auch nicht so aus als würde der Weg zum Meer von vielen Touristen befahren werden. Nachdem wir ordentlich durchgeschüttelt wurden kamen wir an dem einsamen, langen Strand an, wo nur eine handvoll Fischer im Wasser waren. Man kann ihn zwar nicht mit den philippinischen Traumstränden vergleichen, aber er hatte trotzdem seinen Charme. Man blickt direkt auf Gili Nusa, einer kleinen Insel zu der wir gern gefahren wären. Aber man sagte uns es sei zu gefährlich wegen der starken Wellen … Trotzdem ein toller Anblick!

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Auf unserer imaginären Liste standen außerdem Mawun Beach & Mawi Beach. Nur leider sind die Einheimischen der Meinung sie könnten 10.000 IDR „Eintritt“ verlangen, bauen eine Schranke auf, legen sich faul in eine Hütte & lassen die Touristen nicht durch wenn sie nicht bezahlen … Ich dachte mir nur immer wieder „Nicht euer verdammter Ernst!“. Ich weiß, 10.000 IDR (ca. 0,70 Euro) sind nicht die Welt. Aber wenn man das an jedem Strand zahlt den man sehen will kommt da auch einiges zusammen. Ich fand es einfach unverschämt & so ließen wir die beiden Strände aus.

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Aber wir fanden auf dem Weg ein ganz tolles Restaurant mit Hammer-Ausblick! Vom Artati aus hat man einen grandiosen Blick auf die Bucht des Selong Belanak Beach, unserem letzten Ziel auf der Rollertour. Nach einem tollen Essen fuhren wir also zum Strand & entschieden uns spontan ein Surfboard auszuleihen. Tobi war voll motiviert & ich war eher motiviert den Wellenleser und Ansager zu spielen. 😉 Das Board kostete nur 50.000 IRD (ca. 3,30 Euro), also ein echter Schnapper. Die Wellen sahen ganz gut aus, vor allem perfekt für Anfänger mit Ambitionen. Tobi war sehr erfolgreich & hatte schnell einige Fans, die seine Erfloge bewunderten & ein bisschen neidisch waren. 😀 Da ich einfach den falschen Bikini zum Surfen anhatte (keinerlei Halt) wollte ich es eigentlich gar nicht probieren. Aber dann legte ich mich doch einmal aufs Brett, nur zusehen macht ja auch keinen Spaß & Tobi sprach mir gut zu. Naja, was soll ich sagen … ein Versuch, ein Volltreffer. Ich bin eben ein Naturtalent … 😉 Schade, dass ich falsch angezogen war, denn daran hätte ich natürlich gern angeknüpft.

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Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß & haben sogar noch etwas „gelernt“ an diesem Tag. Denn am Straßenrand konnten wir immer mal wieder beobachten wie gerade der Reis geerntet wurde & die Reiskörner aus den Halmen geschlagen werden. Über manche Dinge macht man sich einfach keine Gedanken bevor man sie mal gesehen hat, verrückt. 🙂

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Wir hatten natürlich vor in den Folgetagen nochmal nach Selong Belanak zu fahren, um ein paar Wellen zu reiten. Aber dann hat uns leider meine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mal wieder eine Erkältung. Und zwar eine, bei der man 4 Tage lang einfach nur im Bett liegt & nur zum Essen das Zimmer verlässt … Verdammt!

Immerhin schafften wir es noch einen kleinen Ausflug Richtung Osten zu machen, um zwei weitere Strände zu besuchen. Der erste war in der Nähe des Novotel Hotels, aber ich habe keine genaue Bezeichnung für ihn gefunden … Und trotzdem mussten wir 10.000 IDR zahlen, um unseren Roller abzustellen. 😉 Naja, immerhin konnten wir hier auf ein paar Felsen rumklettern und eine tolle Aussicht genießen. Und hier fing der „Touri-Wahnsinn“ dann so richtig an. Ein Junge stellte sich neben unseren Roller und ließ uns einfach nicht in Ruhe. Er wolle uns unbedingt eine Kokosnuss oder eine Ananas verkaufen, hauptsache wir kaufen was. Und der war wirklich aufdringlich. Er verstelle sogar extra seine Stimme und schlich immer um uns herum. Richtig unangenhem. Als wäre der „Strand-Eintritt“ nicht dreißt genug.

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Unser nächster Halt war Tanjung Aan Beach, ein Strand der viel umworben wird. Deswegen muss man natürlich auch hier wieder die 10.000 IDR zahlen. 😉 Die Hütten am Strand werden natürlich genutzt um Sarongs, Schmuck, Kokosnüsse oder ähnliches zu verkaufen. Und natürlich wird man nicht in Ruhe gelassen, wenn man sich irgendwo hinsetzt … Also gingen wir ein Stück & sahen eine Schaukel im Meer. Was ja grundsätzlich mal eine mega coole Sache ist. 🙂 Das Ding ist nur, dass der Strand voll mit Seegras und Müll ist. Während ich also traumhafte Bilder von Tobi machte stand ich im Dreck … Wahrscheinlich bin ich so ziemlich die einzige die so hart & ehrlich über solche Dinge schreibt, weil eigentlich will man ja immer nur die schönen & perfekten Bilder zeigen/sehen. Aber die Realität & das Drumherum sind oftmals gar nicht so perfekt wie es den Anschein macht. Was sehr schade ist & was uns sehr zum Nachdenken anregt.

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Und weil’s grad so schön passt habe ich noch genau eine Sache die mich/uns in Lombok sehr gestört hat … Man kann keine 2 Minuten beim Essen sitzen ohne das ein Kind herkommt & einem Armbänder verkaufen will, oder eine Frau mit Sarongs. Es ist schrecklich, wirklich, und es ist nicht übertrieben! Wir genießen es hier auf Bali wieder so richtig essen zu gehen, einfach in Ruhe essen zu gehen. Wahnsinn, oder? Da fährt man nach Lombok, wo es echt nicht viele Touristen gibt. Die kann man ja fast zählen, und dann geht’s da so krass ab. Das hat mich echt schockiert! 😦

Trotzdem hatten wir tolles Essen auf Lombok & haben wunderschöne Ausblicke genossen. Wir haben die Abgeschiedenheit genossen, aber auch die Kehrseite kennengelernt. Meine Meinung zu Lombok? Keine Ahnung … Macht euch selbst ein Bild. 🙂

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