Unser Tauchkurs – Open Water Diver (SSI)

dsc05667_b

Heute wollen wir euch mal ein bisschen was über unseren Tauchkurs erzählen, wo wir ihn absolviert haben, wie lange wir gebraucht haben und was man bei so einem Kurs alles absolviert & erlebt. Viel Spaß beim Lesen! 🙂

Begonnen haben wir unseren SSI Open Water Diver Kurs am 02.03 – pünktlich zu unserem „3-Monate-Reise-Jubiläum“ – jippie! Wie schon im letzten Beitrag erwähnt haben wir uns nach unserem Introduction Dive quasi sofort dazu entschieden einen Tauchschein zu machen, davon wollten wir unbedingt mehr! Mehr Fische, mehr Korallen, mehr von der Faszination unter Wasser & vor allem in eine komplett neue Welt abtauchen – ganz nach dem Motto mittendrin statt nur dabei. 😉

Wir haben uns dazu entschieden keinen PADI Tauchkurs zu machen, sonder einen SSI (Scuba Schools International) – die weltweite Nummer zwei der Tauchorganisationen. Und nachdem wir uns beide so wohl gefühlt hatten bei dem Schnupper-Tauchen mit Mike war auch sofort klar, dass er unser Tauchlehrer werden würde. Außerdem zogen wir um, ins Old Castle – unserem neuen philippinischen Zuhause, wo wir seitdem jeden Morgen unser Frühstück am Strand genießen, wow! 🙂

dsc05620_b

Tag 1 – Theorie:

Am Vormittag des ersten Tages machte Mike das was er am besten kann: Reden. 😉 Er erklärte uns wie das Tauch-Equipment aufgebaut ist, aus welchen Teilen es besteht und wie man es richtig zusammen baut. Nebenbei erzählte er uns auch anderes wichtiges Theorie-Wissen, z.B. wie schnell man auftauchen darf/soll oder wie der Druck unter Wasser steigt. Nachdem wir einige Stunden fleißig Wissen in uns aufgesaugt hatten ging es am Nachmittag an die Registrierung bei SSI, damit wir auch ganz offiziell Tauchschüler waren – wuhu, das klingt schon so aufregend!! Das ganze dauerte eventuell ein bisschen länger, weil es doch einiges zum ausfüllen war & das Internet nicht so wollte wie wir. SSI ist sehr fortschrittlich & bietet eine App an, mit der man u.a. den kompletten Theorie-Teil lernen kann. Wir haben uns schon gefreut, aber eindeutig zu früh, denn man muss die Lektionen herunterladen & bei mir ist der Download ungelogen mindestens 30x abgestürzt. 😀 Ich wollte eh viel lieber mit einem Buch pauken & Mike war so lieb eins für mich zu bestellen, was ich dann auch viel viel angenehmer fand zum Lernen – auch wenn es grafisch eher aussieht wie aus den 90er Jahren. 😉 Nach der erfolgreichen Registration kämpften wir uns noch durch das erste Kapitel – einmal mehr habe ich gemerkt das Physik & ich niemals, nie nie nie Freunde werden … Aber zum Glück sind die Formeln am Ende nicht so wichtig, hauptsache man hat das Prinzip verstanden.

dsc05571_b

Tag 2 – Skills/Praxis-Übungen

Am nächsten Tag sollte es dann so richtig los gehen, mit Skills – uiuiui … Aber zuerst zeigte Mike uns wie wir unsere Netztasche richtig packen, damit wir das in den nächsten Tagen selbstständig jeden Morgen machen konnten. Zuerst die Flossen, dann den Anzug, die Tarierjacke, den Atemregler, die Schuhe & oben drauf die Maske. Um die Sauerstoff-Flaschen müssen wir uns nicht kümmern. Nach dem Zusammenpacken ging es für uns in Richtung „Bohol Lahoy Dive Resort“, wo wir im Hausriff die Skills absolvieren sollten – Atemregler, Maske & Tarieren.

Bevor wir damit starten konnten ging es an das Zusammenbauen vom Equipment. Zuerst die Tarierjacke über die Flasche – checken ob alles fest sitzt. Danach den Atemregler befestigen, Flasche aufdrehen, Druck checken usw. Ab geht es in den Taucheranzug, die Schuhe anziehen, Gewichte & Tauch-Equipment anlegen, Buddy-Check, Flossen & Maske (nicht Brille *kostet 1 Bier*) nicht vergessen. Und dann konnte es los gehen. Wir stapften mit dem relativ schweren Equipment zu den Treppen, die runter ins Meer führen – gar nicht mal so cool da mit dem ganzen Gewicht runterzugehen … Erste Herausforderung: Flossen anziehen, bei Wellengang. Aber auch das haben wir im Laufe der Zeit perfektioniert, es klappt eben nicht alles von Anfang an perfekt.

Die Übungen macht man auf einer niedrigen Tiefe, so ca. 3 Meter. Also hieß er erst einmal abtauchen, Inflator hoch & Luft aus der Tarierjacke lassen. Es war gar nicht so einfach sich auf den Boden zu knien, andauern wurde ich hin & her geschubst. 😀 Und dann sollte es losgehen mit Übung 1: Atemregler aus dem Mund nehmen, vor sich nach unten halten, währenddessen aus dem Mund blubbern (nicht die Luft anhalten!) & ihn dann wieder zurück in den Mund nehmen. Mike machte die Übung vor, Tobi absolvierte sie mit Bravour, aber ich war vollkommen überfordert – mit der ganzen Situation. Dieses ständige Schaukeln unter Wasser & mein Kopf in Kombination machten mir es unmöglich die Übungen auszuführen. Am Ende gingen wir alle wieder raus & ich brauchte erst einmal ein paar Minuten für mich. Kann ich das? Was stresst mich so? Bin ich vielleicht einfach nicht fürs Tauchen gemacht? Werd ich doch kein Taucher? Ist das dann schlimm? Aber eigentlich will ich doch so gern … Tausend Gedanken schossen mir in den Kopf & ich besprach meine Bedenken mit Tobi, der zum Glück wie immer sehr einfühlsam war & mir versuchte meine Angst zu nehmen. Und mir versicherte, dass er mir nicht die Freundschaft kündigen würde, wenn ich den Tauchschein doch nicht machen würde. Eben das beste Team. ❤

Und weil ich nicht einfach aufgeben wollte fragte ich Mike ob es möglich ware die Skills im Pool zu machen – auch wenn Chlorwasser ekliger ist als Meerwasser beruhigte mich die Vorstellung einfach, ein Stressfaktor weniger in meinem Kopf. Tobi war auch einverstanden & so packten wir wieder unser Equipment und fuhren zu einem Resort mit Pool. Hier klappte das (fast) alles einwandfrei. Die Atemregler-Übungen waren: Regulator rausnehmen, Regulator fallen lassen und auf 2 Arten wieder erlangen, über die Ersatzstufe vom Gegenüber atmen & zusammen aus nur einem Atemregler abwechselnd atmen. Man war ich stolz nachdem wir diese Skills fertig hatten. 🙂 Danach folgten die Masken-Übungen: Maske halb fluten und ausblasen, Maske ganz fluten und ausblasen & Maske ganz absetzen, wieder aufsetzen und ausblasen. Naja, wie ihr euch wahrscheinlich schon denken hatte ich meine Probleme mit der letzten – ich konnte die Maske zwar absetzen, aber nach dem Aufsetzen schnupfte ich reflexmäßig Wasser durch die Nase und zack war ich aufgetaucht. Es wollte einfach nicht klappen & so verschoben wir die Übung auf den nächsten Tag. Die letzten Übungen waren Tarier-Übungen: Hovern & durch Atmung die Tarierung regulieren. Beides für einen Anfänger gar nicht so einfach, aber auch das haben wir gemeistert. Am Ende bekamen wir noch eine Stunde in Sachen „richtiger Flossen-Schlag“, da unserer wohl eine komplette Katastrophe war. 😉

Tag 3 – Theorie, Theorie & noch mehr Theorie

Nach einer Nacht in der wir alle nur ca. 2 Stunden Schlaf hatten, weil irgendwelche Idioten einfach nicht Ruhe geben wollten, entschlossen wir einstimmig einen Tag „Pause zu machen“. Damit wir aber nicht ganz untätig herumsaßen beschlossen wir die Kopfschmerzen mit Pauken zu vertreiben … Immerhin hatten wir noch 5 Kapitel Theorie vor uns. Mittags kam dann auch endlich mein Buch an & so waren wir den ganzen Tag super fleißig am Lernen & konnten am Abend den Theorie-Test schreiben – Multiple Choice (Ankreuzen). Und natürlich haben wir ihn auf Anhieb bestanden – yeah!!! 🙂

dsc05584_b

Tag 4 – Skills & Freiwasser-Tauchgang

Nach den Erfolgserlebnissen der Tage zuvor waren wir super motiviert & führten unsere Tauchausbildung fort. Nur leider schlug mir der Pancake vom Frühstück so auf den Magen, dass es definitiv keine gute Idee war unter Wasser zu gehen. Dafür war Tobi umso erfolgreicher an diesem Tag, er absolvierte alle noch fehlenden Skills & machte einen Freiwasser-Tauchgang. Die beiden Skills waren: 10 Meter ohne Maske hin & zurück schwimmen und ein kontrollierter Notaufstieg aus 9 Meter Tiefe (CESA). Beides absolvierte er natürlich mit Bravour – naja, beim Zurückschwimmen kam er eventuell ein bisschen schräg und musste ein bisschen nach-korrigieren. 😉

dsc05636_b

Tag 5 – Skills & Freiwassertauchgang

Am nächsten Tag ging es dann auch endlich für mich ins Wasser. Zeit endlich diese verflixte Maskenübung zu beenden – voll motiviert gingen Mike & ich also runter, heute musste es einfach klappen! Also, Schritt für Schritt; Atmen, Maske halb fluten, atmen, nicht über die Nase einatmen, Maske absetzen, Maske halten, atmen, Maske aufsetzen, einatmen, ausatmen … und zack war es wieder vorbei, ich hatte wieder mal über die Nase eingeatmet – verdammt!!! Okay, neuer Versuch. Alles wie vorher, aber jetzt hatte ich ein ganz anderes Problem: Ich war nicht in der Lage die Maske wieder aufzusetzen, ich bekam sie einfach nicht über meinen Kopf – oh man! 😦 Das Ende vom Lied: Mike gab mir seine Maske und wir machten einen letzten Versuch: Atmen, Maske halb fluten, atmen, Maske absetzen, Maske halten, atmen, Maske aufsetzen, einatmen und über die Nase ausatmen um die Maske auszublasen – stopp, hat das jetztz wirklich funktioniert? Jippieh!!! Die Maskenübung war erfolgreich absolviert, endlich. Mike & ich waren so froh und auch ein bisschen stolz. 🙂

Nachdem ich so erfolgreich war ging es für Tobi weiter mit dem 18-Meter-Tauchgang. Naja, was soll ich sagen? 🙂 Natürlich hat er auch den super absolviert und war an dem Tag quasi schon fertiger Open Water Diver. Für die Zertifizierung fehlte ihm nur noch ein Tauchgang & den absolvierte er dann am folgenden Tag …

dsc05654_b

Tag 6 – Tobi ist Open Water Diver

Am letzten Tag der Tauchausbildung musste Tobi nur noch einen Tauchgang absolvieren, um die Zertifizierung zu bekommen – was für ihn natürlich ein leichtes war. Als er aus dem Wasser stieg war ich so so stolz auf ihn!!! 🙂 Jetzt war er ganz offiziell Open Water Diver – geil!!!

dsc05665_b

Kurzfassung Maria: vom Scuba Diver zum Open Water Diver

Wie ihr ja all schon herausgelesen habt hatte es Mike mit mir nicht ganz so einfach. Ich brauchte einfach viel mehr Zeit als Tobi für meine Tauchausbildung. Allerdings war mein Wille so stark, dass ich einfach nicht aufgeben wollte und auch nicht aufgeben konnte! 🙂 An der Steilwand kamen wir mit mir nicht weiter, also gingen Mike & ich letztendlich im Hausriff des Resorts tauchen, wo es langsam treppenförmig tiefer ging. So schafften wir es bis auf 12 Meter, was für mich ein sehr grosser Erfolg war! Leider machte mir dann meine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung, ich war quasi 2 Wochen krank und war weder in der Lage die Maske im Ernstfall auszublasen (verstopfte Nase) noch den Druckausgleich zu machen. Deswegen entschied ich mich vor einer Abreise nach Siquijor dazu die Scuba Diver Zertifizierung anzunehmen, vorerst. Im Hinterkopf immer den Plan definitiv weiterzumachen und irgendwann auch die 18 Meter zu absolvieren und dann endlich Tobi’s Tauch-Buddy zu sein …

gopr0014_2_b

… und wie ihr ja auch wisst kamen wir wie es der Zufall wollte nach Siquijor nochmal zurück nach Anda & diesmal war ich noch mehr motiviert durch Tobi’s Tauch-Erlebnisse und wollte es unbedingt schaffen. Am 1.Tauchtag machten Mike & ich 2 Tauchgänge an der Steilwand – „oh man“ dachte ich mir. Der erste ging nur auf 6 Meter, aber beim zweiten waren wir dann wieder bei 12 Meter und ich gewöhnte mich auch immer mehr an die Steilwand, fand sie sogar sehr schön. Zur Belohnung sahen wir ganze 11 Schildkröten und einen grossen Kugelfisch – wow! 🙂 Da wusste ich es dann genau, ich würde es schaffen, ganz sicher, ich werde Open Water Diver, ich kann das!

Am 2.Tauchtag sprachen wir gar nicht über Tiefe, wir sprangen einfach rein und gingen tauchen. Ich freute mich wahnsinnig wieder unter Wasser zu sein! Ich war ein bisschen vor Mike, drehte mich natürlich immer wieder um, um nach ihm zu schauen. Plötzlich winkte er mich zu sich, er war ein Stück unter mir und deutete in eine kleine Höhle. Aufgeregt tauchte ich zu ihm – was gar nicht so einfach war weil ich gegen die Strömung schwimmen musste … Als ich bei ihm war zeigte er in die Höhle, aber ich konnte einfach nichts erkennen. Auf einmal „höre“ ich nur wie er volle Kanne lacht & ich denk mir nur „hä? was ist denn jetzt los? hat er den Verstand verloren?“ und dann schüttelt er meine Hand … Und dann hat’s klick gemacht: Wir waren auf 18 Meter & ich hatte es nicht einmal gemerkt. Ich hatte es geschafft! Ich hatte es wirklich geschafft! Tobi war direkt unter uns & freute sich mit mir. Vor lauter Adrenalin ging ich erstmal ein paar Meter hoch. 😀 Wow, das war ein tolles Gefühl! Und weil 11 Schildkröten am Tag zuvor noch nicht genug waren sahen wir bei meinem Abschluss-Tauchgang 13 Schildkröten. 🙂 Als wir auftauchten musste ich Mike erst einmal umarmen, weil er mich nicht aufgegeben hatte und wir es zusammen geschafft hatten aus mir einen Open Water Diver zu machen! DANKE!!!

gopr0826_b

Naja, das war die lange Geschichte wie wir beide Open Water Diver geworden sind. Ich bin unglaublich stolz auf uns beide & besonders stolz auf Tobi der mittlerweile sogar Advanced Open Water Diver ist! 🙂

Wir haben auch schon unseren ersten Tauchgang „allein“ gemacht, direkt nach meinem Abschluss-Tauchgang sind wir als Buddy-Team zusammen abgetaucht … ❤

gopr0100_2_b

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s