San Juan del Sur(f)

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Ein komisches Gefühl, dass ab jetzt die letzten Beiträge aus Mittelamerika kommen, besser gesagt aus Nicaragua. Jetzt sind wir ein bisschen mehr als 2 Monate unterwegs, waren bereits in 5 Ländern, haben unterschiedliche Kulturen kennengelernt, einige interessante Reisende getroffen, haben etliche Strandspaziergänge gemacht, viel Snickers gegessen & so viele schöne Momente in uns aufgesaugt. Und der Satz der mich bis hier hin am meisten berührt hat kam von einem Mexikaner: „Die wichtigen Dinge hast du immer bei dir, in deinem Herzen“.

Wir überlegten lange wie wir am besten & am günstigsten nach Nicaragua kommen könnten. Mit einem Shuttle müsste man ganze 70 Dollar pro Person zahlen, was echt viel Geld ist, v.a. wenn man noch ein paar mehr schöne Orte auf der Welt sehen will. Also suchte Tobi stundenlang im Internet nach Routen, die sehr abenteuerlich klangen. Am Ende fragten wir an der Rezeption in La Fortuna nach & bekamen einen Weg aus Tobi`s Recherchen bestätigt – was mal wieder bedeutete, dass der Wecker auf 05:00 Uhr gestellt wurde am 30.01. 😉

Der erste Part bestand darin den Bus von La Fortuna nach El Tanque zu nehmen, kurz vor 06:00 Uhr. Ein Einheimischer war so lieb & geleitete uns nachdem wir ausgestiegen waren zu der Haltestelle gegenüber, wo wir eine Stunde auf den Bus nach Peñas Blancas warteten, der also um 07:00 Uhr an der Haltestelle vorbeikommt. Lange Zeit warteten neben uns nur eine Hand voll Einheimischer, bis ein weiterer Bus aus La Fortuna mit Backpackern ankam – wir hätten also evtl. ein paar Minuten länger schlafen können, Mist! 😉 Und da war er, der Moment als zwei deutsche Mädels auf uns zugelaufen kamen, mit denen wir später noch einiges erleben sollten. Olivia & Caroline hatten tatsächlich im gleichen Hostel wie wir gewohnt, aber erst jetzt führte uns das Schicksal zusammen. 😉 Nein, Spaß beiseite. Die beiden waren uns gleich sympathisch, wussten noch nicht genau wohin sie genau wollten wenn sie es über die Grenze geschafft haben, aber wenn sie sich für San Juan del Sur entscheiden würden könnten wir uns ja das Taxi teilen. 🙂 Die Fahrt in dem Bus war echt okay, insgesamt fuhren wir fast 5 Stunden bis wir an der Grenze angekommen waren.

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Hier wurde es dann ein bisschen wild. Etliche Leute kamen auf uns zu, boten uns an Geld zu tauschen, wollten uns irgendwelche Zettel verkaufen & in irgendwelche Büros schleppen. Da uns das ganze nicht geheuer war & wir niemanden trafen der die guten Damen für vertrauenswürdig hielt stellten wir uns einfach an der langen Schlange an, die zum Ausreise-Büro führte. Mit anderen Reisenden besprochen wir dann ob wir nicht doch so einen Zettel brauchen, ob der Automat innen drin wohl wirklich kaputt sei & wir die Ausreisegebühr doch bei den Damen zahlen müssen … Jaja, das war ein Spaß. 😉 Letztendlich meinte dann doch ein Mann zu uns das wir die Ausreise-Gebühr in „dem grünen Haus“ zahlen müssen. Na gut, also gingen wir mit den Mädels dorthin, zahlten 7 Dollar + 1 Dollar Service-Gebühr – ja genau, Service-Gebühr, unglaublich. 😀 Mit der Bestätigung stellen wir uns dann wieder an, Olivia besorgte uns den Ausreise-Zettel zum Ausfüllen & dann mussten wir nur noch warten bis wir dran waren um unsere Stempel zu bekommen. Yeah, erste Hürde gemeistert! Draußen waren wir dann komplett verwirrt, hätten uns fast bei der Nicaragua-Ausreise angestellt – ein freundlicher Polizist erklärte uns dann aber das wir einfach nur gerade ausgehen müssen um über die Grenze zu kommen. Jaja, einfach, einfach war bei diesem Grenzübertritt nichts. 😀 Also gingen wir, bis eine ganze Front schwer-bewaffneter Polizisten vor uns stand & man sich auf der rechten Seite der Straße (aus welchem Grund auch immer) einen Schnipsel Papier mit einem Stempel abholen sollte. Tobi bekam einen für sich allein & wir drei Mädels einen zusammen. Naja, okay. Weiter ging es dann, wir waren komplett ahnungslos wo wir lang gehen sollten, schafften es aber bis zum Einwanderungs-Büro, yeah! Hier kam es mal wieder zu großer Verwirrung, weil wir zuerst einen weiteren Zettel (vom Rathaus) für 1 Dollar kaufen sollten – was soll man da groß rum diskutieren, wir kauften einfach 4 Zettel. Jetzt konnten wir uns endlich an der Schlange anstellen um unseren Einreise-Stempel nach Nicaragua zu bekommen. Sowohl der erste Zettel, wie auch der zweite Zettel für 1 Dollar war komplett wertlos, zumindest interessierte sich der Beamte null dafür. Aber immerhin hatten wir ein paar Minuten später alle einen weiteren Stempel in unserem Reisepass & konnten endlich das Land legal betreten. 🙂 Wir entschieden uns dann zu Viert ein Taxi nach San Juan del Sur zu nehmen, was uns pro Person 5 Dollar kostete.

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Wir hatten zum Glück auf die letzte Minute eine Unterkunft reserviert, das „Maracuya Bed & Breakfast“ & hofften das die Mädels dort vielleicht auch unterkommen könnten. Leider war schon alles voll & so begaben wir uns zusammen mit ihnen auf die Suche nach einem Bett für die erste Nacht und nachdem wir dieses Problem erfolgreich gelöst hatten machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Irgendwie war uns alles ein bisschen zu teuer & so entschieden wir uns erst einmal dafür ein leckeres Eis zu essen. 🙂 Und anschließend fanden wir auch ein Lokal wo wir ab da Stammgäste waren. 😉 Dort gab es lokales Essen, leckere Getränke & es war preiswert. Als wir das so saßen erspähte ich einen Surf-Shop, der Surf-Stunden anbietet. Tobi & ich hatten von Anfang an vor in Nicaragua wenigstens eine Surf-Stunde zu nehmen, um es einfach mal auszuprobieren & die Strände um San Juan sollten ziemlich geeignet sein. Also fragten wir kurzerhand nach, bekamen die Info das es 25 Dollar (inkl. Transport & Boards) kostet, wir am nächsten Tag um 09:00 Uhr loslegen könnten & natürlich konnten wir dieses Angebot nicht abschlagen. 🙂 Besonders schön war auch, dass wir Olivia & Caroline dazu „überreden konnten“ mitzukommen – so hatten wir die Surfcrew zusammen.

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Am nächsten Morgen war ich ganz aufgeregt & konnte es gar nicht erwarten das es losgeht. Irgendwie stand Surfen nie wirklich auf der Liste der Sportarten die ich mal gemacht haben will – naja, wenn man ehrlich ist, ist allein die Liste unrealistisch, so unsportlich wie ich bin. 😉 Aber es ist einfach toll neue Dinge auszuprobieren & über sich hinauszuwachsen. Außer uns war noch ein Pärchen aus Österreich an Bord des Beach-Shuttles, die auch eine Surf-Stunde gebucht hatten. Über unbefestigte Wege ging es zum „Playa El Remanso“, wo es auf den ersten Blick nicht so wirkte als würden wir hier heute surfen lernen, aber wir sollten eines besseren belehrt werden. 🙂 Jeder bekam ein (Long-)Board zugewiesen & dann ging es los mit Trockenübungen. Auf (1) Paddeln, auf (2) Oberkörper hochdrücken & auf (3) aufstehen. Ich brauchte eventuell ein bisschen länger um den Bewegungsablauf zu verinnerlichen, stand dafür aber auch später in einer 1A Haltung auf dem Board. 😉 Nach den Übungen ging es dann schon ins Meer. 2 Lehrer für 6 Lernende waren insgesamt ziemlich gut. Wir verbrachten viel Zeit mit Warten auf Wellen oder Paddeln. Da die Lehrer unsere Boards immer anschoben wenn wir anfangen sollten zu paddeln & laut riefen wenn wir aufstehen sollten stellten sich relativ schnell Erfolge ein. Jeder von uns hatte am Ende der Stunde ein paar Wellen geritten, auch wenn manchmal nur für ein paar Sekunden. 😉

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Nach der „Arbeit“ kam dann das Vergnügen, das leckere Mittagessen, nachdem wir uns erst einmal ein bisschen in die Sonne legten – mit vollem Magen lässt es sich bekanntlich nicht so gut surfen. Gern wollten wir dann allein (ohne Surflehrer) an unseren Erfolgen des Vormittags anknüpfen, merkten dann aber sehr schnell das es alles andere als einfach ist das richtige Timing zu finden, um die Welle zu bekommen. Ich versuchte einmal eine viel zu hohe Welle zu nehmen, was darin endete das ich unter die Welle gedrückt wurde, mein Board das rechte Bein ein paar Mal unsanft berührte & an diesen Stellen jetzt große blau-grüne Flecken sind. Aber alles halb so wild, 2 Tage später tat es schon nicht mehr so weh. Tobi war ein bisschen erfolgreicher & ich bin mega stolz auf ihn! 🙂 Olivia hatte vorher schon eins-/zweimal versucht zu surfen & hatte auch gute Erfolge an diesem Tag. Nur Caroline hatte leider ein bisschen Pech, als ihre Nase mit ihrem Board kollidierte, aber zum Glück war nichts gebrochen!!! Trotzdem hatten wir alle zusammen einen super coolen Tag, gingen anschließend wieder in unser Lieblings-Lokal & gönnten uns danach ein Eis. 🙂 Für Tobi war es ab & zu sicherlich ein bisschen anstrengend mit 3 Mädels unterwegs zu sein, v.a. wenn andauernd irgendwer stehen bleibt um sich in einem Laden umzusehen, aber er hat es überlebt & nicht gemeckert. Danke! 🙂 Alles in allem hatten wir eine tolle & sehr lustige Zeit mit den beiden Mädels und ich hoffe das wir sie vielleicht irgendwo noch einmal wieder treffen, egal wo auf der Welt. 🙂

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Ab dem 01.02 waren wir also wieder allein bzw. eben wieder zu Zweit. Die Mädels zogen weiter auf die Isla Ometepe & wir machten uns einen entspannten Tag in San Juan. Wir schlenderten durch die Surf Shops, ich kaufte mit ein Männer Tank Top das ich einfach als Kleid umfunktioniert habe. 😉 Und Tobi schaute sich auch um & entschied sich letztendlich für ein Longsleeve & ein Tanktop von unserer Surf-Schule – das er jetzt immer trägt. 🙂 Wir entschieden uns gleich Bescheid zu geben, dass wir am nächsten Tag gern noch einmal unser Glück probieren wollen & gern Board und Transport buchen wollen. War natürlich gar kein Problem. Also ging es für uns am 02.02 wieder auf die Boards. Leider waren die Wellen höher als zwei Tage zuvor & somit konnten wir nicht ganz so viel üben wie wir es uns erhofft hatten. Aber Tobi surfte erfolgreich auf dem Weißwasser & ich probierte immer wieder und wieder die kleineren Wellen zu bekommen. Und am Nachmittag machte ich dann den Ansager für Tobi: „Rauf auf`s Board. Paddeln, paddeln, paddeln … Aufstehen.“ & siehe da, einige Wellen konnte er so fast bis zum Ende surfen. Jaja, das hat mich schon sehr stolz gemacht. 🙂

Insgesamt fanden wir San Juan del Sur sehr schön. Ein kleinerer Ort mit netten Menschen, gutem Essen (und Eis) & eben der Möglichkeit zu Surfen. Was will man mehr …

Am 03.02 wollten wir einfach nur ein bisschen chillen, bevor wir nach Leòn weiterfahren würden, entschieden uns dann aber schon einmal nach Rivas zu fahren um am nächsten Morgen nicht zu früh aufstehen zu müssen … Aber die Geschichte gibt es dann das nächste Mal. 🙂


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