Bukit Lawang Teil 3 – Zu Besuch bei den Sumatra-Elefanten

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Ich glaub der Tag an dem wir nach Tangkahan zu den Sumatra-Elefanten fuhren war für mich der aufregendste auf der ganzen Reise. Ich wollte unbedingt zu den Elefanten, als wir sahen das EcoTravel diesen Ausflug anbietet. Natürlich haben wir uns davor auch viele Gedanken darüber gemacht. Sollten wir wirklich auf den Elefanten reiten? Ist das schlimm für die Tiere? Unterstützen wir damit etwas Schlechtes? Oder ist das alles halb so wild? Was machen die mit dem Geld?

Der Ausflug ist mit ca. 120 Euro pro Person wirklich nicht günstig, allerdings auch ein sehr einmaliges Erlebnis. Im Preis inbegriffen ist der Transport von Bukit Lawang nach Tangkahan (hin und zurück), Verpflegung, das Ausreiten auf einem Elefanten & das Waschen und Füttern. Da stellt sich dann selbstverständlich immer noch die Frage wieso das so teuer ist. Wir haben im Internet recherchiert und den Park Ranger gefragt. Es ist wohl so, dass mit den Einnahmen der noch vorhandene Regenwald „finanziert“ wird, damit kein großer Investor das Land kauft um dort Palmöl-Plantagen hinzubauen. Und das finden wir gut! Außerdem erzählte er uns ganz ehrlich wo die Elefanten eigentlich herkommen. Wir dachten nämlich zuerst, dass diese aus Gefangenschaft befreit wurden. Aber es ist doch ein wenig anders.

Es ist nämlich so: Große Investoren kaufen Land, roden den Regenwald & bauen dort Palmöl-Plantagen. Was früher Heimat zahlreicher Tiere war ist also einfach verschwunden. Und da Elefanten ein sehr gutes Gedächtnis haben kommen sie immer wieder an Orte zurück die in ihrem Revier liegen, wo sie nach Nahrung suchen. Wenn da aber kein Regenwald mehr ist gibt es für die Elefanten nichts mehr zu essen. Es kann dann sogar soweit kommen, dass die Elefanten die Menschen angreifen. Die Betreiber der Plantagen jagen sie dann, oder töten sie sogar. Und da es mittlerweile nur noch sehr wenig Regenwald im Norden von Sumatra gibt wird es immer enger für die Riesen. Die Elefanten in Tangkahan leben laut Ranger in Quarantäne. Ihre Reviere wurden vernichtet & sie wurden „eingefangen“, damit sie niemanden verletzen & nicht getötet werden. Es ist wirklich ein schwieriges Thema und man kann nie wirklich zu 100% wissen ob das alles wahr ist usw. Auch wir hatten ein gemischtes Gefühl, aber was passiert wenn keiner nach Tangkahan zu den Elefanten fährt? Was passiert dann mit den Elefanten? Was passiert dann mit den letzten Resten Regenwald?

Nach dem ganzen Gedanken-Salat kommen wir jetzt mal zu dem schönen Teil, dem eigentlichen Ausflug. 🙂

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Unserer drei Mitstreier hatten wir schon am Abend zuvor kennengelernt: Steve, Kerstin & Maria. Das witzige an unserer Gruppe war, dass wir alle in München wohnen. Die Welt ist so klein. 😉 Also ging es für uns, Antonio und den Fahrer gegen 10:00 Uhr nach Tangkahan. Auf der Karte sah das ziemlich nah aus, aber der Fahrer meinte das wir mindestens 2 Stunden brauchen. Naja, gut. Konnte ja keiner ahnen, dass fast die ganze Strecke eine unbefestigste Straße ist, die quasi nur aus Schlaglöchern besteht … Das war für mich tatsächlich die schlimmste Fahrt auf der Reise. Da war die Fähre nach Langkawi noch gemütlich. 😀 Wir kamen einfach nicht voran, wir stoßen unsere Köpfe an der Decke an und es holperte ununterbrochen. Bei mir half nur noch Augen zu machen und Musik hören. Anders hätte ich diese Fahrt nicht überstanden. Aber was macht man nicht alles um die Sumatra-Elefanten zu sehen. 🙂

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Als wir in Tangkahan ankamen ging es erst einmal zum Mittagessen. Über eine lange wackelige Hängebrücke, yeah! 😉 In dem Restaurant angekommen gab es zuerst einen Welcome-Drink. Kerstin scherzte noch „Schau mal der Tisch da drüben, da machen wir jetzt ein Foto von und behaupten dann einfach das wäre der Tisch an dem wir gegessen haben“. Eine Minute später wurden Berge an Essen auf den Tisch gestellt & Antonio erklärte uns das wir uns jetzt rüber setzten können zum Essen. 😀 Der Tisch war so schön dekoriert und auch das Essen war sehr gut, genau das richtige nach der anstrengenden Fahrt. 🙂

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Nach dem Essen hatten wir noch ein bisschen Zeit und gingen an den nahe gelegenen Fluss. Antonio verprach uns natürliche Hot Springs. Wir müssten nur auf die andere Seite des Flusses und dann ins das Becken. Sau cool dachten wir uns und machten uns auf den Weg, das Wasser war ganz schön kalt. Drüben angekommen dachten wir uns dann nur „Im Ernst?“. 😀 Der Hot Spring war eine Felsspalte in die stehend maximal 4 Leute passen, der Wasserstand ist sehr niedrig & es fühlt sich eher wie ein heißes Fußbad an. 😀 Naja, kann man machen, aber es gibt bestimmt bessere Hot Springs. 😉

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Endlich ging es zu den Elefanten. Oh man, ich war so aufgeregt! Zuerst war ich voll traurig, weil sie noch nicht da waren. Aber dann war es umso cooler die Riesen auf uns zulaufen zu sehen. Wow! Was ein Anblick! Es war einfach ein unglaublicher Moment, als die Elefanten auf uns zukamen. Sie waren so schön und so groß. Einfach der Wahnsinn! Ich musste sogar weinen, weil es mich so gepackt hat!

Tobi und ich durften auf der Elefanten-Dame Eva ausreiten. Ihr Besitzer saß ganz vorne, Tobi in der Mitte und ich ganz hinten. Man war das aufregend! Insgesamt dauerte der Ausritt eine Stunde. Es ging mitten durch den Regenwald (auf und ab) & über den Fluss. Es war wirklich so in einmaliges Erlebnis!!! Und es war total verrückt auf dem Rücken eines Elefanten zu sitzen. Jede Bewegung zu spüren. Wie sie sich bewegt. So ein großes Tier und trotzdem sind die Bewegungen so elegant, so bedacht, vollkommen stabil und ausbalanciert. Wir konnten sie berühren, ihre Temperatur spüren, die dicke Haut & die borstigen Haare fühlen. Niemals hätte ich gedacht. dass ich so einem imposanten Tier mal so nah kommen würde. Wir hatten wirklich viel Freude bei unserem Ausritt!!!

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Danach gab es eine kurze Pause, in der wir dem Ranger all unsere Fragen stellen konnten. Außerdem erzählte er ganz Allgemeines über Elefanten und wir konnten auch das „Gehege“ sehen. Dort leben auch drei Elefanten-Babys, die in Tangkahan zur Welt gekommen sind. Ein gutes Zeichen!

Beim Waschen & Füttern waren dann noch ein paar mehr Leute anwesend, da man dies auch separat buchen kann. Aber insgesamt wir waren maximal 12 Leute. 🙂 Wir bekamen alle eine Bürste in die Hand gedrückt und dann konnte es auch schon losgehen. Tobi und ich konnten zusammen mit einem Pfleger Eva „putzen“. Ich hatte immer Angst ihr weh zu tun, und hab ganz vorsichtig gebürstet, aber angeblich soll man schon ein bisschen fester bürsten. Naja, Hauptsache der Schmutz ist weg, gell?  Es war so toll ihr so nah zu sein, sie streicheln zu können und ihr in die Augen zu schauen. Schade, dass sie nicht reden kann! 🙂 Aber wir hoffen einfach mal, dass es ihr gut geht und sie gut behandelt wird. Und alle anderen Elefanten natürlich auch.

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Anschließend bekamen wir noch ein paar Bananen, mit denen wir Eva füttern konnten. Ich hatte ja immer ein bisschen Angst, dass sie meinen ganzen Arm in den Mund nimmt, aber es ist zum Glück noch alles dran. 😉

Zum Schluss konnte man dann ein Bild mit den Elefanten machen und die Elefanten machten auf eine Art Befehl ein paar Bewegungen, die sie sich bestimmt nicht selbst beigebracht haben. Aber naja, es gibt eben immer Schattenseiten … Am Ende verließen wir mit gemischten Gefühlen, aber auch sehr glücklich. Ich bin sehr froh, dass wir die Elefanten besucht haben, auch wenn man das Alles nicht zu 100% gut heißen kann. Es war einfach ein einmaliges Erlebnis!

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Die Rückfahrt war übrigens nicht wirklich besser, da es anfing zu regnen und wir noch länger brauchten als auf dem Hinweg. 😀 Den Tag ließen wir dann bei einem leckeren Abendessen in Bukit Lawang ausklingen. Insgesamt fanden wir den kleinen Ort im Norden Sumatras wunderschön und würden auch jedem zu einem Besuch raten. Die Reise dorthin lohnt sich einfach aus so vielen Gründen. Und hätten wir es vorher besser gewusst wären wir auch noch ein paar Tage länger geblieben. 🙂

Aber nein, wir wollten ja gern weiter nach Berastagi. Ein Ort, der im Reiseführer als idyllisch beschrieben ist, perfekt um sich mal zu entspannen. Naja, nee, nicht ganz! Wir kürzen das ganze mal ab, weil ich diesem Kapitel der Reise keinen ganzen Beitrag widmen will. Wir haben im Nachelle Homestay geschlafen, was wirklich super war! Die Essens-Auswahl in Berastagi ist super begrenzt. Eigentlich gibt es nur Chinesen, wo man fettige Nudel oder Reis bekomm. Vom Street-Food wurde uns dringend abgeraten. Und obwohl wir in einem „saubereren“ chinesischen Lokal essen waren bekam Tobi eine Lebensmittelvergiftung und so hohes Fieber, dass wir eine Nacht im Krankenhaus geschlafen haben. Über das Krankenhaus wollen wir nicht reden. 😉 Nachdem wir also ein paar Tage weder geschlafen noch gegessen hatten, entschieden wir uns so schnell wie möglich nach Medan zu fahren. Wir wollten einfach nur noch weg, aus diesem stinkigen, super lauten, aus einer Hauptstraße bestehenden Ort, in dem es nichts Vernünftiges zu Essen gibt! Hui, dieser Ort hat uns wirklich geschafft!

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In Medan gönnten wir uns nach dem ganzen Stress ein schickes Hotel für 46 Euro. Aber dafür bekamen wir auch das größte und aller-bequemste Bett auf der ganzen Reise. Ach du meine Güte, das Bett war der Wahnsinn! 🙂 Dort konnten wir uns ausruhen und buchten spontan ein Ticket nach Denpasar, Bali. Für uns ein sicherer Hafen, wo wir uns gut auskennen. Außerdem gab es ja doch noch einiges auf unserer imaginären „Indonesien-Wunsch-Liste“, wie z.B. Nusa Lembongan oder auch Komodo … Aber dazu gibt es dann mehr in den folgenden Beiträgen. 🙂

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