Bukit Lawang Teil 2 – Bat Caves und Landak River

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Als wir am Abend mit unserem Guide Indra zusammen saßen fragte er uns ob wir am nächsten Tag noch eine weitere Tour machen wollten. Wir wollten auf jeden Fall noch mehr Affen sehen, Tobi wollte unbedingt Thomas Languren sehen & ich flipp eh bei jedem Affen aus den wir sehen. 🙂 Da wir nicht nochmal den gleichen Weg gehen wollten entschieden wir uns für die Tour „Bat Caves & Landak River“.  Da Conny & Melina am Folgetag schon wieder abreisten, waren bei dieser Tour also nur zu Zweit.

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Während die 2-Tages-Tour Gruppe also am Fluss nächtigte, konnten wir die Nacht super bequem in unserem eigenen Bett verbringen, um am nächsten Morgen wieder richtig fit zu sein. Auch der zweite Morgen startete super. Wir hatten nicht nur den wahnsinnig tollen Blick auf den Dschungel, wir konnten auch die Orangutan-Dame vom Vortag sehen. So könnte jeder Morgen beginnen. 🙂

Um 09:00 Uhr ging es für uns dann wieder zur EcoTravel Lodge, wo Indra schon auf uns wartete. Wir freuten uns total, weil wir uns ein bißchen gewünscht hatten das er mit uns die Tour macht. 🙂 So zogen wir also zu Dritt los, wieder über die Hängebrücke auf die andere Seite Richtung Nationalpark. Wir gingen aber nicht den ausgeschliderten Weg Richtung „Bat Caves“, denn Indra wollte uns noch einiges mehr zeigen. Das erste kleine Highlight waren wunderschöne dunkelrote Libellen, die sich auf ein paar Blättern am Wegesrand sonnten. Auf dem Weg zeigte Indra uns so viele coole Sachen & erklärte uns auch sehr viel zu der jeweiligen Pflanze. Wir haben super viele Ananas-Pflanzen gesehen, von denen ich einfach nicht genug bekommen kann, weil sie so so schön sind! Außerdem zeigte er uns eine Zuckerpalme, einen Durian-Baum, einen Kakao-Baum, einen Sternfrucht-Baum (ein super unauffälliger Baum mit kleinen Blättern) und vieles mehr. Als wir an einem Passionfruit-Strauch vorbei kamen klaute er uns sogar eine reife Frucht, damit wir sie essen konnten. 😀 So lecker! Auch wenn sie echt sauer war. 😉 Allein für all das hatte es sich schon gelohnt diese Tour zu buchen.

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Plötzlich blieb Indra stehen. Es war ruhig, man hörte nur ein Knacken oben in den Baumkronen. Er hatte ein paar Silberne Haubenlanguren gesichtet, in dem Baum neben uns. Wir gingen ein bißchen ins Gebüsch, um sie besser beobachten zu können, aber sie hatten keine Lust auf menschlichen Besuch & flitzten schnell ein paar Bäume weiter. 😉

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Am Vortag hatte Indra uns schon erzählt das er bis vor 3 Jahren in einer Palmöl-Plantage gearbeitet hatte. Und als wir an diesem Tag eine kleinere Plantage passierten erzählte er uns noch ein bißchen mehr von sich & über das Thema Palmöl. Diese Palmen brauchen ca. 7 Liter Wasser am Tag, was ein Vielfaches aller anderen Pflanzenarten ist. Allerdings ist das auch der Grund wieso die Früchte aller 2 Wochen geerntet werden können! So, und jetzt denken wir mal kurz alle über das nach was ich da gerade geschrieben habe … Ja, genau, aller 2 Wochen(!!!) werden die Palmöl-Früchte geerntet. Stellt euch mal vor man könnte z.B. einen Apfel-Baum aller 2 Wochen ernten. Das ist unmöglich … Wenn man das mal mit einer Ananas-Pflanze vergleicht, wo eine Pflanze in einem Jahr nur eine einzige Ananas produziert, ist das der Wahnsinn! Mich hat das richtig sprachlos gemacht. Ich dachte erst ich hätte mich verhört, aber Indra meinte wirklich alles 2 Wochen. Und mit jedem Mal wächst die Palme höher & höher, bis die Früchte ziemlich bald nur noch mit einem langen Werkzeug geerntet werden können. Wenn die Palme dann zwischen 25 bis 30 Jahre alt ist wird sie gefällt, denn dann kommen die Arbeiter nicht mehr an die Früchte heran. Das ist schon ein Wahnsinn, oder? Wir sind Indra echt dankbar, dass er uns so viel zu dem Thema erzählt hat & auch ehrlich zu uns war. Er selbst wollte die ganze Sache auch nicht mehr unterstützen, weil er gemerkt hat wie schädlich dieser Wirtschafts-Zweig für sein Land ist. Vor allem für den Regenwald & die Tiere die er beheimatet. Das finden wir super & außerdem wäre es doch sehr schade wenn er kein Guide geworden wäre! 🙂

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Auf dem weiteren Weg gingen wir wieder durch Kautschuk-Plantagen. Immer wenn Indra stehen blieb und den Geräuschen des Waldes lauschte wussten wir, dass es gleich hoffentlich wieder was zu sehen gibt. Und tatsächlich hatte er einen Thomas Languren gesichtet. Wie cool! Diese Affen leben nämlich ausschließlich im Norden Sumatras & Tobi wollte sie unbedingt sehen. Mission erfüllt. 🙂 Wir konnten ein paar von ihnen eine ganze Weile beobachten, am besten natürlich durch unser Fernglas. Es war immer gar nicht so einfach Bilder von den Tieren zu machen, da sie meistens ziemlich weit entfernt saßen & unsere Kamera nicht den Mega-Zoom hat. Trotzdem hat Tobi ein paar schöne Fotos gemacht. 🙂

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Als wir wieder auf den Weg zurück gingen hatte Indra schon das nächste Highlight für uns gesichtet: Südliche Schweinsaffen. Mit denen hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Insgesamt waren es zwei Affen, wovon der eine ganz ruhig an einer Stelle saß & der andere umher streifte. Diese Art lebt vorzugsweise am Boden, weil sie dort in erster Linie nach Nahrung suchen. Indra konnte gar nicht glauben, wieviel Glück wir Zwei hatten. 😀

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Super-glücklich machten wir uns auf den weiteren Weg zu den Bat Caves. Und dann blieb zur Abwechslung mal ich stehen. An einem Baum hatte ich eine Art Echse entdeckt, an der sich irgendwie was grünes bewegte. Wer mich kennt, weiß das ich kurzsichtig bin & nie was sehe. Ich brauch immer doppelt so lang wie alle anderen um zu sehen was alle anderen schon längst  sehen. Ich versuchte Indra zu beschreiben wo ich die Echse sehe, was gar nicht so einfach war, in einem Wald wo alle Bäume gleich aussehen. 😀 Dieses grüne sich bewegende Etwas war die Kehlfalte, von einem Flugdrachen!!! Wie cool ist das denn? Das sind die Tiere die sie in Dokus immer in Zeitlupe zeigen. Wie sie im Gleitflug von Baum zu Baum segeln, mit Hilfe ihrer Flughäute. Und das allerbeste: Der von uns gesichtete Flugdrache krabbelte den Baum hoch & plötzlich flog er, zu einem anderen Baum. Wow! Das ist so ein Moment mit dem man in Leben nicht rechnet, worüber man sich auch nie Gedanken macht. Umso cooler war es das beobachten zu können! 🙂

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Aber nun ging es endlich zu den Bat Caves. Ausgestatt mit Stirnlampen ging es los. Insgesamt gibt es drei Räume, mit unterschiedlich großen Fledermäusen. Im ersten Raum sind die kleinsten & im dritten Raum die größten. Allein der Weg zu den Höhlen war abenteuerlich, es ging direkt bergab durch den Dschungel, dann wieder hoch zwischen ein paar Felsen, bis wir die erste Höhle sehen konnten. Das Lichtspiel war unglaublich & es gab super viele Mini-Fledermäuse in dem ersten Raum. Um in den zweiten Raum zu kommen mussten wir uns durch ein paar sehr enge Spalten durch-schlängeln. Nicht so mein Ding. Es war dunkel, eng & ich hatte Angst, dass wir verschüttet werden. Keine Ahnung wie Leute die ein paar Kilo mehr als wir wiegen durch diese engen Spalten passen sollen. 😀 Da mir das ein bißchen zu abenteuerlich war ging Tobi mit dem anderen Guide allein weiter zu den anderen Räumen, während Indra und ich den Ausblick auf den Dschungel genoßen. 😉 Ich war froh, als Tobi heil wieder zurück war, mit ein paar tollen Fotos der anderen beiden Räume.

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Zum Abschluss gingen wir dann noch zum Landak River, wo wir zusammen mit Indra unser Nasi Goreng aßen & anschließend den Fluss unsicher machten. Es gab sogar einen Felsen, von dem aus man ins Wasser springen konnte. Was ein Spaß! Es war so cool, ein bißchen mehr Zeit mit Indra zu verbringen und mehr über ihn zu erfahren. Tobi und ich waren auf jeden Fall super glücklich, das wir ihn als Guide hatten. 🙂

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Nach dem Bade-Spaß ging es dann wieder zurück Richtung Bukit Lawang, wo auch die 2-Tages-Gruppe wieder zurück in der EcoTravel Lodge war. Mit drei von ihnen würden wir am nächsten Tag nach Tangkahan zu den Elefenaten fahren.  Also setzten wir uns zu der Gruppe und fragten wie ihre Tour war. Sie erzählten uns das sie gar nicht „mitten im Dschnugel“ geschlafen hatten, sondern „nur“ am Fluss. Sie waren quasi den gleichen Weg wie wir gegangen am ersten Tag, nur noch ein Stück weiter Fluss-aufwärts. Ansonsten hörte sich alles exakt nach unserer Route an. Den Weißhand-Gibbon hatten sie nicht gesehen, und auch sonst keine anderen Affen-Arten. Am zweiten Tag waren sie auch nicht mehr wandern. Sie verbrachten den Vormittag am Fluss & fuhren dann mit den Reifen zurück ins Dorf.

Als sie uns das so erzählten waren wir doppelt froh über die Entscheidung, zwei 1-Tages-Touren gemacht zu haben. Denn wir hatten einiges mehr von Bukit Lawang gesehen & vor allem hatten wir so unglaubliches Glück mit den ganzen Affen, die wir gesehen haben. Kann schon sein, dass viele Leute nur wegen der Orangutans anreisen, aber es gibt halt auch noch so viel mehr zu entdecken. 🙂 Wir hatten das große Glück 6 von insgesamt 8 vorkommenden Affen-Arten in Bukit Lawang zu sehen, sau cool! 🙂

Und was wir am nächsten Tag in Tangkahan erlebt haben, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen.

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