Siquijor – Die Hexeninsel

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Bei den Filipinos ist Siquijor weitläufig als die Hexeninsel verschrien. Die Spanier bezeichneten sie als Isla del Fuego (Insel des Feuers) und für viele Filipinos ist sie heute noch eine mystische Insel voller Hexen und übernatürlicher Phänomene. Siquijor ist vor allem für seine Heiler mit wundersamen Kräften berühmt.

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Aus diesem Grund war es für uns doppelt spannend diese kleine Insel unweit von Bohol zu erkunden. Zuerst fuhren wir von Anda nach Tagbilaran, wo wir dann die Fähre nach Siquijor über Dumaguete (Negros) nahmen. Das Ganze kostete uns ca. 20 Euro pro Person, also kein wirklicher Schnapper, aber es gibt auch keine Alternative. 😉 Außerdem waren wir diesmal nicht allein unterwegs: Wir wurden von Katja & Helena begleitet, die wir im Old Castle kennengelernt hatten. 🙂

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Also konnte ein neues Philippinen-Abenteuer beginnen … Und zwar so richtig, denn wir hatten keine Unterkunft reserviert & fuhren alle zusammen in einem Trycicle los um eine Unterkunft fur die nächsten Nächte zu suchen. Das ganze gestaltete sich als gar nicht mal so einfach, da viele Unterkünfte schon voll waren oder einfach nicht in unserer Preiskategorie (unter 30 Euro) lagen. Oder sie sahen so schlimm aus, dass wir sofort die Flucht ergriffen. Am Ende entschieden wir uns für The Bruce, wo wir uns vorerst einen Strand-Bungalow mit den Mädels teilten – zwei grosse Doppelbetten getrennt durch ein Regal. Im Endeffekt haben wir ja eh nur drin geschlafen am Abend. 😉 Nach den ersten 2 Nächten bekamen wir dann zwei Strand-Bungalows direkt nebeneinander. So oder so war die Unterkunft schlicht, aber schön – und vor allem mit der Terasse zum Strand einfach perfekt. Genau so etwas hatten wir schon immer mal gewollt. 🙂

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Das Highlight unseres ersten Tages auf Siquijor war eindeutig das sehr späte Mittagessen das letztendlich zum Abendessen wurde … Nach dem „Frühstück“ bei McDonalds – 2 Pancakes – hatten wir Alle nichts mehr gegessen und hatten nachdem wir endlich ein Zimmer hatten unglaublich Hunger. Also gingen wir in das Lokal gegenüber. Serviert wurde Tobi & mir Vegetarisches Curry mit Fleischbeilage in Form eines Wurms im Gemüse, nur noch getoppt von einem Haar. Yes, alles falsch gemacht. 😉 Ich war super angefressen & wollte nur noch weg. Zum Glück hatten wir auf der Unterkunfts-Suche-Tour ein nettes Restaurant gesehen – Baha Bar – dort fuhren wir dann hin. Und dort gab es dann zum Glück sehr gutes Essen, u.a. unfassbar gute Spaghetti Bolognese – yummie! Das war meine/unsere Rettung, defintiv. 🙂

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Für den nächsten Tag hatten wir uns einen Roller gemietet, um die Insel ein bisschen zu erkunden. Am Morgen gingen wir erst einmal zum Frühstücken nebenan, zu White Villas, wo es wirklich sehr gut schmeckte. Da wir alle Vier mit dem Gedanken spielten einen Schnorchel-/Tauch-Ausflug nach Apo Island zu machen fuhren wir gemeinsam zu dem einzigen Hotel auf Siquijor das solche Trips anbietet, Coco Groove. Leider mussten wir aber vor Ort feststellen, dass die Preise einfach total überzogen waren & somit war die Idee gestorben. Für den Rest des Tages hatten Katja & Helena nichts geplant, also fuhren wir alle zusammen Richtung Lazi, zu den Cambugahay Wasserfällen. Mit dem Roller fuhren wir ca. 40 Minuten bis zu dem Parkplatz wo man diesen dann gegen eine Parkgebühr abstellen darf. 😉 Um zu den Wasserfällen zu gelangen muss man einige Treppenstufen runtergehen, mitten durch den Wald. Von oben sieht man dann schon die tolle hell-türkise Farbe des Wassers, einfach nur wow. An dem unteren Wasserfall ist natürlich einiges los, v.a. wegen der „Liane“ an der man sich ins Wasser schwingen kann – was ein Spass! 🙂 Wenn man allerdings dem Waldweg weiter hoch folgt kommt man zu ein paar weiteren Wasserfällen, wo sich fast ausschließlich Einheimische tummeln. Für uns beide war es das erste Mal das wir an einem Wasserfall baden waren & direkt unter dem Wasserfall standen – nicht zu vergleichen mit den Nachahmungen in der Therme. Es war einfach nur ein tolles Erlebnis!

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Nach dem ganzen Badespaß hatten wir dann aber alle ziemlich Hunger und machten einen kleinen Abstecher in die Stadt Lazi, um in Hafen-Nähe etwas essen zu gehen. Frisch gestärkt konnten wir uns danach also wieder auf den Heimweg machen. Allerdings lag noch ein Highlight auf unserem Weg: der Balet Tree, mit dem natürlichen Fisch-Spa. Eine unglaublich witzige Angelegenheit, v.a. wenn man wie ich ziemlich kitzlig an den Füssen ist. 😉 Ein bisschen erschrocken waren wir nur über die Lage, denn auf den Fotos im Internet sah es so aus als würde der riesige Baum idyllisch in einem Wald liegen – Pustekuchen. Man kann ihn gar nicht verpassen, da er direkt am Straßenrand liegt …

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Nach der Beauty-Behandlung ging es mit Action weiter. Denn zufällig war gerade ein Longboard-Wettbewerb auf Siquijor, dessen Route direkt am Balet Tree vorbei verlief. Davon waren wir alle ganz schön beeindruckt. 🙂

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Für den nächsten Tag hatten Tobi & ich uns vorgenommen zu den Lugnason Wasserfällen zu fahren. Also setzten wir uns nach dem Frühstück auf unseren Roller & los ging’s. Kurz bevor wir unser Ziel erreichten kamen uns Franzosen entgegen die meinten „der Wasserfall ist ausgetrocknet, lohnt sich nicht, wir fahren zu den Cambugahay Wasserfällen“. Wir überlegten kurz ob wir trotzdem weiterfahren sollten oder nicht …  Aber dann siegte doch das Interesse, wie der Wasserfall wohl in diesem Zustand aussieht. 😉 Beim Parkplatz trafen wir dann weitere Reisende, die uns auch nochmal erzählten, dass alles einfach nur vetrocknet ist. Aber dann trafen wir Richard, einen Filipino, der anbot uns einen Weg entlang der 12 Wasserfälle zu zeigen. Klar, wieso nicht, dachten wir uns. Was wir dann machten war wirklich einmalig! Wir kletterten und wanderten mitten durch den Dschungel die besagten 12 Wasserfälle hoch. Ich mein, wer ist denn bitte schon einmal mehrere Wasserfälle bis zum obersten Wasserfall entlang gegangen? In Flip Flops. 😉 Und da es eben sehr trocken war konnten wir uns sogar immer wieder auf die Steine stellen wo sonst das Wasser der Wasserfälle entlang fließt. Ein wirklich einmaliges Erlebnis! Dank Richard, der schon als Kind diesen Weg entlang gestreift war & damals die Wassermassen als Rutsche benutzt hat – ohne sich dabei jemals etwas zu brechen, behauptet er zumindest. 🙂

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Auf dem Weg nach Hause hielten wir dann noch bei einer Werkstatt an, wo der Künstler Douglas verschiedene Dinge aus Holz herstellte, u.a. auch die auf Siquijor weit verbreiteten Bulol Holz-Skluptur. Ein Bulol ist eine Art Gott um die Reisernte zu schützen, in Form einer geschnitzte Holzfigur. Die musste natürlich als Andenken mit. 🙂

Ansonsten verbrachten wir den Tag eher ruhig & genossen am Abend den wunderschönen Sonnenuntergang, direkt am Strand, vor unseren Bungalows. Dabei hatten wir einen tollen Ausblick auf die Insel Negros hinter der die Sonne dann doch ganz schnell verschwunden war.

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Da der nächste Tag unser letzter Tag als Roller-Besitzer war entschieden wir uns dazu etwas „Verrücktes“ zu machen. Wir fuhren in die Berge nach San Antonio, zu einer Heilerin. Der Weg dahin war erstaunlich schön & so hielten wir immer wieder mal an um ein paar Bilder zu machen. Als wir in San Antonio angekommen waren fragten wir einen Mann nach dem Weg zu der Heilerin & er holte sein Sohn, damit er uns navigiert. Ziemlich nett. 🙂 Als wir ankamen waren wir doch beide ein bisschen irritiert, denn irgendwie hat man ja schon so ein gewisses Bild vor Augen wenn man sich das Zuhause einer Heilerin vorstellt. Naja, Annie’s Haus ist sehr schlicht, es liegt wirklich eine Menge Müll draußen  herum & natürlich ist im Haus ein sog. Sari-Sari-Store integriert – ein kleiner Gemischtwarenladen, der wirklich alles im Überfluss hat. 😉 Wir mussten eine ganze Weile auf Annie warten, weil sie zu einer naheliegende Quelle gegangen war um sich dort zu waschen. Der Grund: wie schon angedeutet war es sehr trocken auf Siquijor, da es seit 4 Monaten nicht geregnet hatte, sodass die Wasserversorgung sehr knapp war. Nach dem Bad nahm sie sich dann Zeit für uns & wir müssen sagen, dass es schon eine sehr interessante und gute Erfahrung war. Tobi bekam eine Rauch-Behandlung & mir las sie aus der Hand. Sehr spannend!

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Nach dem Besuch bei der Heilerin fuhren wir weiter nach Siquijor Stadt um uns nach Fähren Tickets zu erkundigen & beendeten die Roller-Tour dann mit einem späten Mittagessen in der Baha Bar – lecker Smoothies & Spaghetti Bolognese, mmhhmm …

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Zuhause angekommen merkten auch wir wieder einmal die Wassernot. Zeitweise ging einfach nichts. Weder konnte man sich die Hände waschen, noch die Klospülung benutzen. Aber Not macht erfinderisch und so baten wir um einen zweiten grossen Trinkwasser-Tank & Tobi baute uns aus einer Plastiktüte eine kleine Dusche. Wasser in die Tüte, 2 Löcher rein & los ging’s mit dem Duscherlebnis 2.0. 😉

An unserem letzten Tag in Siquijor stand Tauchen auf dem Plan, zumindest für Tobi & die Mädels. Nach den Start-Schwierigkeiten am Morgen – der Motor des Bootes sprang nicht an – ging es dann gegen 12:00 Uhr für uns alle rauf aus`s Meer. Insgesamt machten sie 2 Tauchgänge, Katja allerdings nur einen weil sie leider krank war. Ich schnorchelte ein bisschen, aber die Sicht war nicht besonders gut an dem Tag. 😉

Zum Abschluss gingen wir dann alle zusammen am Abend essen, quatschten viel über die vergangenen Tage. Und dann ging es für Tobi & mich am nächsten Tag ja schon wieder Richtung Tagbilaran/Bohol … Und den Rest der Geschichte kennt ihr ja schon. 🙂

Und damit sagen wir: Bye, Bye Philippinen … ❤


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